Familienkasse

Viele Eltern kennen sie bereits aus eigener Erfahrung: Die Familienkasse. Sie ist eine Bundesfinanzbehörde der Bundesrepublik Deutschland und ist ebenda zuständig für die Bewilligung und Auszahlung von Kindergeld und Kinderzuschlag. 14 Familienkassen mit jeweils fester regionaler Zuständigkeit und zahlreichen Dienststellen ermöglichen bundesweit, dass das bereitgestellte Kindergeld an die berechtigten Personen ausgezahlt wird.

Familienkasse – Aufbau und Funktion

Auf der Ebene des Bundes stellen die Bundesfinanzbehörden das Organ der Finanzverwaltung dar. Zu ihnen gehören die Familienkassen, die ihrerseits der Bundesagentur für Arbeit zugeordnet sind. Die Familienkasse ist die Institution, die für die Durchführung des Familienleistungsausgleiches zuständig ist. Unter diesem Begriff versteht man Leistungen, die Familien in Anspruch nehmen können, um den Mehraufwand für Kinder ausgleichen zu können. Diese Leistungen müssen den Kindern zugutekommen, sie sind für den Unterhalt und die Ausbildung aufzuwenden. Zum Familienausgleich gehören steuerliche Entlastungen (Kinderfreibeträge) und sowie Kindergeld und Kinderzuschlag.

14 Familienkassen sorgen dafür, dass alle Berechtigten diese Leistungen in Anspruch nehmen können. Mit einer Gesamtsumme von über 39 Milliarden Euro wurden im Jahr 2016 Beträge an etwa 17 Millionen Kinder ausbezahlt. Für etwa 87 % aller Kindergeldanträge sind die Familienkassen der Bundesagentur für Arbeit zuständig. Für die anderen 13% sind die Familienkassen der öffentlich-rechtlichen Arbeitgeber zuständig. Dies ist dann Fall, wenn die Eltern oder Elternteile der Kinder, für die Leistungen beantragt werden, im öffentlichen Dienst beschäftigt sind. Diese Anträge werden derzeit in etwa 5.500 Familienkassen – jeweils die mit der Bezügefestsetzung befasste Stelle – bei den öffentlich-rechtlichen Arbeitgebern bearbeitet.

Um den komplizierten Arbeitsaufwand zu straffen, wurde am 8. Dezember 2016 eine Reform beschlossen. Nach der Neuregelung geht bis zum 31. Dezember 2021 die Zuständigkeit der Familienkassen für den öffentlichen Dienst im Bereich des Bundes auf den Zuständigkeitsbereich der Bundesagentur für Arbeit über, alternativ wird das Bundesverwaltungsamt die zuständige Behörde sein. Liegt derzeit die Zuständigkeit im Bereich von Ländern und Kommunen, so können die Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes Kindergeldanträge ebenfalls an die BA abgeben. Länder und Kommunen werden dann um die Verwaltungskosten entlastet.

Leistungen und Auszahlung der Familienkasse

Kindergeld und Kinderzuschlag sind die beiden Leistungen, die direkt berechtigten Eltern und Alleinerziehenden für ihre Kinder zufließen. Während das Kindergeld allen Eltern und Elternteile unabhängig vom Einkommen – und seit 2012 auch unabhängig vom Einkommen des erwachsenen Kindes – ausbezahlt wird, ist der Kinderzuschlag eine Leistung für einen bestimmten Personenkreis. Diese zusätzliche Geldleistung bekommen Elternpaare und Alleinerziehende, deren Bruttoeinkommen 900 Euro (Elternpaare) bzw. 600 Euro (Alleinerziehende) übersteigt. Gleichzeitig dürfen aber die jeweils gültigen Höchstgrenzen an Einkommen und Vermögen nicht überschritten werden. Die Höchsteinkommensgrenze wird für jede Familie individuell berechnet.Voraussetzung für die Zahlung von Kinderzuschlag ist, dass ein Anspruch auf Kindergeld besteht.

Die Familienkasse überprüft die Anträge hinsichtlich der Anforderungen, der Angaben und erforderlichen Unterlagen. Sie berechnet die Höhe des Kinderzuschlages. Zu den grundlegenden Voraussetzungen gehört, dass Eltern oder Erziehungsberechtigte ihren Wohnsitz in Deutschland haben. Liegt dieser nicht vor, so muss zumindest eine uneingeschränkte Steuerpflicht in der BRD bestehen. Für Ausländer gelten besondere Regelungen nach dem Bundeskindergeldgesetz. Die Familienkassen sind für alle Berechtigten Ansprechpartner, wenn es um Fragen rund um die Auszahlung oder Weiterzahlung von Kindergeld und Kinderzuschlägen geht.

Familienkassen nach Bundesländern

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